NERDHAVEN

...willkommen im Club.

Reflux deluxe

Ich war gestern Abend ja der festen Überzeugung das es zuende geht und hatte schon zu ein paar letzten Zeilen angesetzt. Die Tatsache das ich jetzt hier sitze und munter vor mich hin tippe (und zwar nicht meinen letzten Willen) zeugt jedoch davon das es wohl nicht ganz so schlimm war wie es sich anfühlte.

Aber mal von Anfang an: Ihr kennt das sicher, dieses nervige Brennen im unteren Bereich der Speiseröhre das einen manchmal nach schwerem Essen oder viel Stress befällt. Im Volksmund „Sodbrennen“ und von den Weiskitteln „Gastroösophagealer Reflux“ genannt. An sich nichts schlimmes, Rennie und Co. helfen, sofern es nicht zu häufig auftritt. Ich hab das auch ein oder zweimal im Monat.

Das Erlebnis gestern Abend war aber eher anderer Art. Ok, ich hätte vielleicht nicht unbedingt eine Megaportion Nudeln mit einer unbekannten asiatischen Irgendwasfertigsauce und einen halben Liter Götterspeise innerhalb kürzester Zeit essen sollen…

Die Abrechnung kam zwei Stunden später. Ein leises Gluckern und plötzlich steht mir für den Bruchteil einer Sekunde die Magensäure bis zu den Mandeln… wartet ich muß mich korrigieren, das war keine Magensäure, das war irgendwas giftiges, furchtbares, von dem schon eine mikroskopische Menge ausreicht um den Bodensee als Trinkwassereservoir für alle Zeiten unbrauchbar zu machen, das war alles, aber keine normale Magensäure.

Und während ich in höchster Agonie, auf der Suche nach einem Antazidum, durch die Wohnung irre, begleitet mich das ständige Gefühl das meine verätzte Speiseröhre gleich mit einem Boarding-Ticket nach Malta aus meinem Mund steigt.

Ein Königreich für ein Tütchen Maaloxan Liquid oder wenigstens ein paar Rennie… aber nada, alles leer, mir blieben nur die guten alten Bullrich Salz-Magentabletten. Ich hab dann gleich drei genommen, in der Hoffnung damit den brodelnden Säuretiegel wenigstens etwas zu besänftigen.

Übrig blieb der Ätna in meinem oberen Speiseröhrentrakt und ein Geschmack im Mund der mich sehr an Saras Brownie Erlebnis erinnerte.

Als Erste-Hilfe Maßnahme für den Hals hab ich mich dann mal an Milch gehalten. Wer mich kennt weis das ich von purer kalter Milch normalerweise das kotzen kriege, ihr könnt also ermessen wie verzweifelt ich war. Auch wenn Milch rein wissenschaftlich gesehen nicht gegen das Sodbrennen an sich hilft, so hatte ich einen viertel Liter später zumindest nicht mehr das Gefühl bei jedem Schluck einen halben Meter Nato-Stacheldraht in den Magen zu befördern.

Irgendwann, so nach einer guten halben Stunde, als ich aufgehört hatte aus allen Gesichtsdrüsen zu sekretieren, erwartete mich dann Problem zwei. Es war zwischenzeitlich schon kurz vor zwölf und da ich am nächsten Morgen früh raus mußte, sollte ich so langsam aber sicher mal ins Bett. Nur, jedesmal wenn ich mich hinlegte, spürte ich wie dieser Säureozean gegen den Mageneingang schwappte. Kein gutes Zeichen. Allein die Vorstellung das mir die Ätzbrühe des Nächtens bis in die Nasennebenhöhlen läuft lies mich so wach werden wie es selbst zwei Liter von Giovannis Killerespresso nicht schaffen.

Gut, Not macht erfinderisch, bekanntermaßen. Also in bester Rentnermanier das Kopfteil meines Bettes auf 45 Grad gestellt, doppelt Kissen drauf und dann im sitzen geschlafen. Heute morgen hab ich mich zwar gefühlt als hätt ich auf nem Baumstamm genächtigt, aber immerhin hat sich zumindest der Magen beruhigt und der Hals fühlt sich nur noch ein wenig rau an.

Was lernen wir daraus? Flüssige Antazida gehören in Jeden Erste Hilfe-Kasten und Lebensmittelexperimente am besten in die frühen Morgenstunden verlegen, da haben wenigstens die Ambulanz und die Apotheke auf.

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