NERDHAVEN

...willkommen im Club.

Unsere Jugend

Da das einbinden des Videos als Player nicht funktioniert (aber merkwürdigerweise nur bei diesem Video) gibts hier den Link.

Wenn man das sieht vergeht einem echt alles, und die Gesellschaft steht daneben und schaut zu.

Ich bin im übrigen nicht der Meinung das es keine sozial verträgliche Lösung für diese Problematik gibt, es würde nämlich oft schon reichen wenn die Behörden schneller reagieren. Ein Jugendlicher der eine Straftat begeht und oft erst nach Monaten deswegen mal Post von der Polizei oder Staatsanwaltschaft bekommt, kann doch gar keinen Bezug mehr herstellen zwischen Tat und Strafe.
Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen müßte der straffällige Jugendliche spätestens 48h nach der Tat vor dem Richter stehen und bei einer Verurteilung mit Freiheitsstrafe/Arrest direkt in den Bau wandern, andernfalls lernt er es nie.

4 Kommentare

4 comments on “Unsere Jugend

  1. Jetzt kam ich auch endlich dazu, mir das Video in Ruhe anzusehen.

    Ja, teilweise sind das meine Kids, die ich betreue. Sicher, in einer relativ ländlichen Region habe ich zum Glück nicht den Effekt, daß sich Gangs gegenseitig aufschaukeln und das Ding eskalieren lassen.

    Doch was mich an dem Beitrag schockiert, das ist auch das, was ich bei manchem meiner Teilnehmer erlebe: Diese unglaublich große Wut gegen… ja, gegen was eigentlich? Natürlich kenne ich diese Wut auch aus meiner Pubertät (und spüre sie jetzt manchmal noch). Doch nie hätte ich sie so nach außen getragen, daß ich einem anderen schade.

    Laute Musik, Fluchen, auch mal die Vision davon, wie man jemanden vermöbelt – aber nie wäre ich losgezogen und hätte es wirklich getan.

    Wo ist die Grenze gefallen? Sind es die fehlenden Modelle, wie es anders laufen kann? Fehlende Perspektiven und Konsequenzen („ob ich es mir verkneife oder es auslebe, es kommt aufs Gleiche raus“)?

    Ich weiß es nicht, und es ist mir trotz allem unerklärbar. Gern würde ich meine sporadischen Erfolge, die ich bei meinen Teilnehmern erziele, als Konsequenz meiner herausragenden pädagogischen Fähigkeiten verbuchen. Doch das ganze Phänomen ist mir so unbegreiflich, daß ich diese Fortschritte nur Zufallstreffer nennen kann.

    Ich begleite solche Leute nur max. 32 Stunden in der Woche – wie soll ich (oder auch eine Schule, ein Jugendtreff, …) das abfedern, was so lange versäumt wurde?

    Nicht verstehend, dafür ratlos grüßend,

    Towanda

  2. Der Autor des Videos hat das schon ganz gut erfasst als er schrieb das diese Jugendlichen keine Zukunft sehen und dadurch auch keinen Respekt mehr haben. Wer einmal eine Straftat begeht und merkt das es für ihn keine unmittelbare Konsequenz hat, begeht so eine Tat immer wieder und mit jeder weiteren Tat sinkt die Hemmschwelle für weitere Taten.

    Ich denke einen einzelnen Schuldigen gibt es für diese Situation nicht, bei diesen Jugendlichen hat einfach das Gesamtgefüge versagt. Da sind die Eltern die oft nicht wissen was ihre Sprösslinge auf der Strasse so treiben, die Schule die oft zu spät oder überhaupt nicht reagiert, das Jugendamt das entweder heillos überlastet ist oder sich nicht zuständig fühlt und am Schluss die Polizei die die Leute einfach wieder laufen lassen muß.

    Aber du weißt ja, Schuld sind die Killerspiele und die Schützenvereine…

  3. Klar, die Killerspiele, DAS Argument schlechthin…
    „90% aller Attentäter konsumieren Brot. Verbietet Brot!“

    Es stimmt, ich würde mir auch die zeitnahe Konsequenz wünschen: Falsches Verhalten – prompter Anschiß von jemandem, der Dir wichtig ist; Straftat – max. zwei Tage später Reaktion von Staatsseite…

    Doch das allein ist es nicht. Es ist das Fehlen von Achtung, von Respekt, was die Kids solche Grenzen immer wieder überschreiten läßt. Ich meine, was bremst Dich und mich, einem anderen Menschen ins Gesicht zu schreien, daß er ein Vollpfosten ist und sich doch bitte $GEGENSTAND in $BELIEBIGE_KOERPEROEFFNUNG applizieren soll (oder dies netterweise auch noch selbst zu übernehmen)?

    Es ist der Respekt vor dem anderen und die Ahnung, daß man den anderen damit so verletzen könnte, wie man es sich für sich selbst auch nicht von anderen wünschen würde (uh, Kant, Kategorischer Imperativ…).

    Diese Achtung fehlt – und der gute Kant wird ausgehebelt mit dem Argument, daß die anderen einem eben dieses schon längst angetan haben und man nun mit der eigenen Gewalt nur reagiert.

    Ich habe/ hatte Teilnehmerinnen (waren bisher nur Frauen), die sich in ihrem Zorn selbst verletzen. Genau an dem Punkt merke ich, daß sich die Wut nicht nur nach außen wendet, sondern auch gegen das eigene Leben.

    Weil es nichts wert ist. Weil es kein Ziel hat.
    Wie kann man jemandem so etwas vermitteln?

  4. Man muß den Leuten eine Zukunft geben. Allerdings ist das natürlich sehr schwer wenn man in einer Umgebung aufwächst die sozial schwach ist und in der immer die anderen am eigenen Elend schuld sind. Cliquen und Gangs geben diesen Leuten dann abseits gesellschaftlicher Normen das Gefühl jemand zu sein.

    Diesen Kette muß man im richtigen Moment unterbrechen, da ist die Schule ein guter Ansatz, allerdings nur wenn der Bildungsetat nicht immer weiter zusammengestrichen wird.

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