NERDHAVEN

...willkommen im Club.

Herbivorer Selbstversuch (1)

Als Mensch der zwar gerne Fleisch isst, aber auch mal eine Weile ohne kann, dacht ich mir so, probierste doch mal das Zeug das die Veggies gerne als „Fleischersatz“ betiteln. Und so gibt es hier Ghettos weltersten, absolut subjektiven, vegetarischen Erfahrungsbericht.

Das erste Versuchsobjekt war das „Gut & Gerne Soja-Geschnetzeltes„. Die Zubereitung ist einfach, nur eine halbe Stunde in heisses Wasser oder heisse Brühe legen und etwas quellen lassen, anschließend wie normales Fleisch zubereiten. Der Geschmack gestaltete sich entsprechend, da das Soja-Geschnetzelte ja quasi keinen Eigengeschmack hat, schmeckt es entweder nach nichts oder nach Gemüsebrühe. Ok, eine ganz leichte Ei-artige Note konnte ich herausschmecken. Im Mund fühlt es sich an wie alter Kaugummi. Gegessen hab ich es zu gebratenen Nudeln mit Gemüse. Der Rest von dem Zeug wanderte in die Mülltonne, kaufen werde ich es nicht nochmal.

Aber so schnell lass ich mich ja nicht entmutigen, und da es ja nicht schlecht sondern eben nach nichts schmeckte, probierte ich weiter.

Bestellt wurde diesmal vegetarisches Hackfleisch. Als kleines Dankeschön für Neukunden gabs vom Onlineshop eine vegetarische Mini-Salami dazu, was ich sehr nett fand und die ich auch gleich probieren wollte. Als mir aber nach dem auspacken ein Geruch entgegenschlug der stark an Pedigree Schmackos erinnerte, beschloss ich, nett wie ich bin, meine Mutter vorkosten zu lassen.

Dazu müßt ihr wissen das meine Mutter was den Geschmack von Essen betrifft, ziemlich abgehärtet ist und diesbezüglich eigentlich keine Schmerzgrenze kennt. Was vielleicht auch daran lag das es damals nach dem Krieg nicht viel zu essen gab und man sich das wenige nicht aussuchen konnte, sagt Sie zumindest immer.

Nicht wissend das es sich um Veggie-Wurst handelt biss meine Mutter also genüsslich ein schönes Stück ab und kaute kurz darauf rum. Der nächste Griff ging zum erstbesten Behältniss in das man den Mundinhalt entledigen konnte um anschließend den Weg in die Küche anzutreten, zwecks Mundspülung. Ich glaub Sie hat 15 Minuten lang gegurgelt und geflucht….

Ich konnte mir natürlich nicht so recht vorstellen das die Wurst wirklich so ekelhaft schmeckt und hab erstmal gecheckt ob das Teil noch haltbar ist, war aber alles ok und gekühlt war sie auch die ganze Zeit. Ich, mutig wie ich bin, beisse also ein winziges Stück ab, ein wirklich kleines Stück. 5 Sekunden später teile ich mir mit meiner Mutter den Wasserhahn.

Ich glaub ich hab in meinem ganzen Leben noch nie etwas derart widerliches zwischen die Zähne bekommen. Der Geschmack blieb mir locker 4 Stunden lang erhalten, ich hab echt gedacht ich muß gleich kotzen. Wenn das der normale Geschmack von dieser Wurst ist, frage ich mich ob die überhaupt verkauft wird und vor allem wer sowas kauft.

Vorgeschädigt von der Erfahrung mit der Mini Salami, geht man an das „Viana Veggie Hack„, eine rote, pfannenfertige Zubereitung, die rein von der Konsistenz, richtigem Hackfleisch sehr ähnlich war, schon viel skeptischer ran. Abhalten lies ich mich natürlich nicht, auch wenn sich meine Mutter diesmal weigerte vorzukosten und lieber mir den Vortritt lies. Gefertigt wurden daraus von mir höchstselbst Spaghetti Bolognese. Der Geschmack war ok und kam richtiger Bolognese Sauce schon recht nahe (wenn auch nicht zum verwechseln), nur irgendein Gewürz stach ziemlich heraus, kann leider nicht definieren welches es war. Aber insgesamt durchaus ein Gericht das man öfter essen könnte. Für mich ist es eine nette Ergänzung, richtiges Fleisch kann es geschmacklich natürlich nicht ersetzen.

Wer den Handelsnamen der Mini-Salami erfahren möchte, kann mir ja ne Mail schreiben, soll mir ja keiner geschäftsschädigendes Verhalten vorwerfen können.

Als nächstes probier ich unbehandelten Soja-Hack der in einem Chili con Carne verarbeitet werden soll. Ich werde berichten.

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